Köln: 24.–26.05.2023 #polismobility

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New Mobility Survey

Friedrichstraße Berlin

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Mittels einer Designstudie zeigt die Agentur 3deluxe auf, welches Potenzial der öffentliche Raum in der Friedrichstraße birgt, wenn die Mobilität neu gedacht wird.

Copyright: 3deluxe

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Neben dem technologischen Fortschritt ist auch die Gestaltung des urbanen Raums als impulsgebendes Element in der Mobilitätswende zu verstehen. Mit der komplexer werdenden Betrachtung des Mobilitätsverhaltens sind auch vielfältigere Planungsansätze für den Straßenraum notwendig. Wie könnten Freiräume aussehen, die nicht von fahrenden oder parkenden Pkws dominiert sind? Welche Rolle kann die Planung einnehmen, um den Wandel aktiv voranzutreiben? Es stellt sich die Frage, ob eine Veränderung der Mobilität auch die Innenstädte wieder mit Leben füllen kann.

Autofreie Friedrichstraße

Temporäre Projekte wie die autofreie Friedrichstraße lassen die vielfältigen Potenziale aufblitzen, die in solchen Perspektiven liegen. Vom 29. August 2020 bis Ende Oktober 2020 hatten Berlinerinnen und Berliner sowie Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, die Friedrichstraße als Fußgängerinnen und Fußgänger oder Radfahrende ungestört von motorisiertem Individualverkehr neu zu entdecken. Es konnte nicht nur eine neuartige Attraktivität der Straße aufgezeigt werden, sondern darüberhinaus der Einzelhandel und das Gewerbe gestärkt werden.

Designstudie

Die Designagentur 3deluxe sah in dem künftig entstehenden Vakuum der Flächenneuverteilung eine einmalige Möglichkeit, die grundlegende Funktion des Straßenraums mit nachhaltigen Maßstäben neu auszutarieren. Eine vorausgegangene Designstudie zeigt auf, welche Potenziale der urbane Raum birgt, wenn sich das Mobilitätsverhalten der Gesellschaft in Zukunft verändert und wie die Planung zu diesem Prozess beitragen kann. Grundlage bildet eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. Es wird deutlich, dass sich ein Großteil der Verkehrsteilnehmenden im Pkw bis zu 50km/h schnell bewegt und damit auch die räumliche Hoheit besitzt. Die Barriere zu Mikromobilität und Fußverkehr ist nur sehr geringfügig ausgestaltet, was die Nutzung unattraktiv und teils sogar gefährlich macht. 3deluxe entwickelte einen Gegenentwurf, der eine neue, gerechtere Verteilung des Raums vornimmt.

New Mobility Diagram Distribution, Copyright: 3deluxe

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Zukunftsszenario für die Friedrichstraße

Dieser graphische Gegenentwurf war die Grundlage für das ausdrucksstarke Zukunftsszenario für die Friedrichstraße in Berlin, das die Reichweite dieser Überlegungen zum Ausdruck bringt. Ausgehend von einer Reduzierung und sinnvollen Umleitung des MIV könnten neue Freiheiten für die Gestaltung der Friedrichstraße geschaffen werden. Der öffentliche Raum würde nicht länger von fahrendem oder ruhendem Verkehr gestört, sondern könnte lebendigen und zukunftsfähigen Nutzungen Platz bieten. Die etablierte Linearität würde aufgehoben und organische Formen könnten sich an die individuellen Bedürfnisse der Stadtgesellschaft anpassen. Die sogenannte Organic Mobility, also die Mikromobilität von bis zu 20km/h, verwebt sich mit Slow Lanes, auf denen Fußgängerinnen und Fußgängern flanieren können. Zwischenzonen ermöglichen eine Parallelität von Fuß- und Radverkehr und markieren jeweils die Übergänge. Shuttlebusse bewegen Verkehrsteilnehmenden mit bis zu 30km/h auf eigenen Spuren, die zum Teil von Radfahrenden sowie Fußgängerinnen und Fußgängern mitgenutzt werden können. Das gemeinsame Mobilitätsverhalten ist von Achtsamkeit und Rücksichtnahme geprägt.

New Mobility Diagram Activated Areas, Copyright: 3deluxe

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Neue Freiräume

Das differenzierte System bestimmt jedoch nicht nur eine klimaschonende Mobilität, sondern versteht die Zwischenräume als eine urbane Qualität. Diese ermöglichen jegliche Gestaltungsfreiheiten und sollen künftig das öffentliche Leben in der Stadt bereichern. Gastronomische Betriebe hätten die Möglichkeit, auch den Straßenraum der Friedrichstraße zu belegen; neue, organisch geformte Grün- und Sportflächen ermöglichen Freizeit und Erholung im urbanen Raum. Kulturelle Veranstaltungen könnten bei entsprechendem Wetter auf den Straßen stattfinden und den Raum künstlerisch beleben. Es ergibt sich ein vollkommen neues Bild der Friedrichstraße, das Besucherinnen und Besucher zum Entdecken einlädt und die Vision einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität in deren Alltag etablieren könnte.

Autorin

Helena Busmann